Hegmann Transit - PNEUSCAN ist bemerkenswerte Luftnummer

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Die Kontrolle der Reifen gehört zu den aufwendigen aber unerlässlichen Pflichten. Nachlässigkeit kann hier rasch teuer werden. Doch der hohe Aufwand, besonders bei vielachsigen Spezialfahrzeugen, lässt sich jetzt deutlich reduzieren.

Besonders Schwerlastfahrzeuge und Multiachs-Module verteilen die Last auf zahlreiche Räder. Die Gummis sind im Schwerlastbetrieb ständig erheblich größeren Belastungen ausgesetzt als im normalen Straßengüterverkehr. Umso wichtiger ist die Reifenkontrolle nach jedem Einsatz. Doch Sichtkontrollen plus Abklopfen dauern oft Stunden – und kosten damit viel Zeit und Geld.

„Das muss doch einfacher gehen“, dachten sich die Entwicklungsingenieure der VENTECH Systems GmbH und ersannen ein denkbar einfaches Kontrollsystem: PNEUSCAN. Dem physikalischen Prinzip folgend, wonach Druck die Kraft pro Fläche bedeutet, misst das System bei langsamer Überfahrt die Aufstandsfläche des einzelnen Pneus. Abweichungen vom Solldruck werden gleich mehrfach angezeigt: Ein optisches Rot-Grün-Ampelsystem zeigt dem Fahrer an, ob der Zug ohne weitere Nachkontrolle reifentechnisch bereit für den nächsten Einsatz ist. Jetzt muss nur noch der „Abweichling“ gecheckt und gegebenenfalls befüllt oder ausgetauscht werden. Eine generelle Durchsicht aller Pneus ist damit nicht mehr erforderlich. Alle Kraft konzentriert sich ausschließlich auf den oder die Reifen, für die eine Abweichung von der vordefinierten Norm angezeigt wurde. Die mittels einer auf das Kennzeichen gerichteten Kamera fahrzeugabhängig erfassten Daten lassen sich natürlich auch auf einen beliebigen Bildschirmarbeitsplatz übertragen. Bei Mehrachsmodulen kann die Zuordnung durch eine seitlich am Modul aufgebrachte Ziffer oder Ziffernfolge so wie beim Kennzeichen erfolgen.

Eine der Entwicklungsvorgaben für PNEUSCAN war: „Nichts ins Fahrzeug einbauen!“ So bleiben zum Beispiel die Ventile unangetastet. Auch Reifenfabrikate sind für den automatischen Check uninteressant. Das System erkennt sogar schwierige Konstellationen bei Reifenpaaren wie zum Beispiel alt und neu. Schließlich bedeuten solche Fehl-Paarungen auch ungleiche Last und damit erhöhtes Risiko. Bei Schwerlast-Transporteur und Big Move-Partner Hegmann Transit im niederrheinischen Sonsbeck ist das System seit ein paar Jahren im Einsatz. Für Georg Tietz, technischer Leiter bei Hegmann, hat sich PNEUSCAN schon gerechnet.

„Wir haben über 2.000 Räder unterwegs,“ so Tietz. „Allein durch Wegfall der manuellen Kontrolle rechnete sich das ganz schnell. So konnten wir die Samstags-Arbeitszeit in unserer Werkstatt komplett streichen. Außerdem ist die Zahl der Reifenschäden erheblich zurückgegangen und damit auch die Standzeiten und Inanspruchnahme von Notdiensten. Auch beim Reifeneinkauf spüren wir die neuen Kontrollen ganz deutlich!“

Die Kosten für ein PNEUSCAN-System liegen im fünfstelligen Bereich. Hinzu kommen die Kosten für die baulichen Maßnahmen. Dramatisch reduzierte Wartungszeit, dank Kontrolle optimierter Reifedruck mit in der Folge weniger Kraftstoffverbrauch, ein erheblich gemindertes Pannenrisiko mit
allen Folgekosten, erhöhter Verkehrssicherheit und geringerer Reifenverschleiß sind Auswirkungen, die das System schon ab einer mittleren Fuhrparkgröße innerhalb weniger Monate amortisieren. Nicht nur bei Schwerlastfahrzeugen ist PNEUSCAN eine „Luft-Nummer“ mit Zukunft.

Nachrechnen lohnt also!